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Die Radiologische Klinik im Augusta Klinikum Bochum hat ihr Behandlungsspektrum erweitert: seit Juni gehört die Digitale Subtraktionsangiographie (DSA) mit einem breiten Spektrum interventionell-radiologischer Eingriffe zum Angebot der Fachabteilung.
Die Interventionelle Radiologie geht über die reine Darstellung bestimmter Körperregion, wie sie viele in Form von Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT kennen, hinaus und bietet darüber hinaus eine Vielzahl an minimalinvasiven Therapien. Der Radiologe wird somit zusätzlich zu seiner Funktion als Diagnostiker zum Behandler. Die bildgebenden Verfahren kommen aber natürlich auch in der Interventionellen Radiologie zum Einsatz, dort neben der Diagnosestellung zudem zur Planung von Eingriffen.
Mit der DSA lassen sich die Blutgefäße im Körper hochpräzise und dynamisch darstellen. So können Gefäßverengungen, Verschlüsse, Aneurysmen oder Gefäßmissbildungen genau erkannt und – wenn möglich – noch im selben Eingriff behandelt werden.
Mit einem dünnen Katheter, der in den meisten Fällen nach Gefäßpunktion in der Leiste einführt wird, werden die Blutgefäße des erkrankten Körperabschnitts aufgesucht. Ein operativer Eingriff ist dafür nicht nötig. Die meisten Eingriffe können in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Das erspart lange Krankenhausaufenthalte. „Ein großer Teil unserer Patienten kann nach einer Beobachtungszeit noch am selben Tag wieder nach Hause“, erklärt Dr. Mönnings.
Zunächst wird eine Röntgenaufnahme ohne Kontrastmittel erstellt, anschließend wird ein Röntgenkontrastmittel in das Gefäß gespritzt und weitere Röntgenaufnahmen werden erstellt. Hier kommt die Besonderheit der DSA ins Spiel: Alle Strukturen, die nicht zum Gefäßsystem gehören, zum Beispiel im Bild störende Knochen oder Weichteile, werden aus dem Bild entfernt. So entsteht in Echtzeit eine exakte und hochauflösende Sicht auf das Wichtigste für die Untersuchung: die Blutgefäße. „Die DSA ermöglicht insbesondere bei der Behandlung von Gefäßverengungen, Verschlüssen, aber beispielsweise auch bei bestimmten Tumoren und Blutungen, sowie im Rahmen von zahlreichen weiteren minimalinvasiven Eingriffen schonende Therapieoptionen“, sagt Dr. Peter Mönnings, Leiter der neuen Abteilung, die Teil der Radiologischen Klinik von Chefarzt Prof. Dr. Matthias Bollow am Augusta Klinikum Bochum ist.
Ein weiterer Vorteil für Patienten ist die Versorgung aus einer Hand: Die kurzen Wege im Haus vereinfachen die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen, etwa den Kliniken für Gefäßchirurgie und Innere Medizin. So werden auch die Indikationen für Eingriffe am Gefäßsystem interdisziplinär gestellt.
„Ein Patient, der beispielsweise in unserer Diabetologie aufgenommen wurde, kann - abhängig von Befund und interdisziplinärer Therapieentscheidung - durch unsere Gefäßchirurgie und/oder interventionelle Radiologie mitversorgt werden. So behandeln mehrere Fachrichtungen gemeinsam einen Patienten, um das beste Therapieergebnis erzielen zu können“, betont Mario Kleist, Geschäftsführer des Augusta Klinikums Bochum, das Teil des EVA Ruhr mit sieben Krankenhausstandorten in Castrop-Rauxel, Bochum, Hattingen, Herne, Gelsenkirchen und Witten ist.
Wie komplex die Technik hinter der Digitalen Subtraktionsangiographie (DSA) ist, macht die Einrichtung der neu angeschafften DSA-Einheit deutlich: Die Planung beanspruchte mehrere Monate. Rund eine Woche lang dauerte der Aufbau, anschließend folgten umfassende Schulungen für die Mitarbeitenden.
Die Patientinnen und Patienten können sich im Augusta Klinikum anmelden unter 0234-5172768 oder Kontakt aufnehmen per Mail unter DSA@augusta-bochum.de
Foto: Bei der Eröffnung der Erweiterung der Radiologie am Augusta-Klinikum Bochum: Dr. Peter Lütkes, Medizinischer Direktor im EVA Ruhr, Dr. Peter Mönnings, Leitender Arzt der interventionellen Radiologie, Prof. Dr. Matthias Bollow, Chefarzt der Radiologie, Mario Kleist, Geschäftsführer der Augusta Kliniken Bochum Hattingen.