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  • Für die Stadt Bochum wählen Sie bitte: 0234 / 910-5555
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Leitfaden für Patienten und Besucher aufgrund des Coronavirus (COVID-19)

Klinik für Nephrologie

Leistungsspektrum

Unsere Schwerpunkte sind die Diagnostik und Therapie von Nierenerkrankungen sowie die Durchführung von allen Formen der Nierenersatztherapie einschließlich Hämodialyse und Bauchfelldialyse. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck.

Die Patienten profitieren im hohen Maße von der Kooperation mit der gefäßchirurgischen Klinik, der Klinik für Urologie sowie dem Radio-Angiologischen Institut. Wir bieten eine stationäre Versorgung auf unseren Stationen M52N und M20N (Wahlleistung) sowie eine stationäre und teilstationäre Dialysebehandlung an. Unser ambulantes Spektrum umfasst eine Reihe nephrologischer Spezialambulanzen.

Nierenerkrankungen

Wenn die Nieren nicht mehr ausreichend funktionieren, sammeln sich schädliche Stoffwechselendprodukte im Körper an, der Körper wird letztendlich überschwemmt und vergiftet. Ein zunehmender Verlust der Nierenfunktion wird jedoch sehr lange gar nicht bemerkt, da Beschwerden häufig erst im Endstadium der Nierenerkrankung auftreten. Viele Betroffene sind der Meinung, dass die Nieren gesund sind solange sie normalen Urin ausscheiden. Hier liegt jedoch ein gefährlicher Trugschluss vor, denn üblicherweise zeigt der Urin keine Auffälligkeiten, nur in Ausnahmefällen schäumt der Urin oder ist blutig. Nur der Arzt kann durch veränderte Werte in Blut und Urin eine Nierenschädigung frühzeitiger erkennen. Klinische Zeichen der zunehmenden Nierenerkrankung sind Blutdruckanstieg, Flüssigkeitseinlagerungen mit Ödemen, mangelnder Produktion von roten Blutkörperchen, Übelkeit, Hautjucken und allgemeine Abgeschlagenheit. Durch die begleitenden Elektrolytstörungen kann es zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen kommen.

Nierenversagen waren bis vor 40 Jahren eine zumeist schicksalhafte tödliche Krankheit. Bei Patienten mit fortgeschrittenem und dauerhaftem Nierenversagen kommt eine Nierenersatztherapie (Dialyse) oder eine Nierentransplantation infrage. Bei der Nierenersatztherapie übernehmen die Hämodialyse (Blutwäsche) oder die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) die Aufgaben der ausgefallenen Nieren.

Ein akutes Nierenversagen kann u.a. durch schwere Infektionen, Einnahme nierenschädigender Medikamente wie bestimmten Schmerzmitteln, sowie direkten Erkrankungen der Nieren (z.B. Glomerulonephritis, interstistielle Nephritis, Pyelonephritis) ausgelöst werden. Der chronischen Nierenerkrankung liegt in den meisten Fällen eine Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) oder eine langjährige Zuckererkrankung bzw. ein Bluthochdruck zugrunde. Insbesondere die Zuckerkrankheit und die Volkskrankheit Bluthochdruck schädigen die Wände der feinen Nierengefäße, die letztendlich vernarben, so dass in der Folge das Nierengewebe untergeht. Als Faustregel gilt, dass die Nieren ab einer Restfunktion von weniger als 10% ersetzt werden müssen, ob mittels Dialyse oder Transplantation bleibt individuell zu entscheiden.

Leider werden Nierenerkrankungen häufig erst spät erkannt. Der Früherkennung kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Sollte eine chronische Nierenschädigung festgestellt werden, ist die Mitarbeit des Betroffenen von großer Bedeutung, um die Dialyse zu verhindern oder zumindest möglichst lange hinauszuzögern. Das Einhalten diätetischen Maßnahmen, wie z.B. einer eiweiß- und salzarmen Ernährung, ist bedeutsam, um einer Verschlechterung der Nierenfunktion entgegen zu wirken. Ggf. müssen auch spezielle Elektrolyte (z.B. Kalium) eingeschränkt werden. Wichtig zu wissen ist, dass viele, auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente über die Niere ausgeschieden werden, weshalb deren Dosis reduziert werden muss. Deshalb sollte bei Selbstmedikation immer der Arzt um Rat gefragt werden.

Die beiden Nieren spielen eine große Rolle im Organismus, auch wenn sie mit ihren jeweils knapp 200g Gewicht und 10cm Länge eher kleine Organe sind. Kommen sie ihrer Funktion nicht mehr ausreichend nach, resultieren viele Beschwerden, die ohne Behandlung lebensgefährlich sind.

Die Nieren eines gesunden Menschen leisten jeden Tag eine gewaltige Arbeit. Täglich werden sie von etwa 1.800 Litern Blut durchströmt, wobei zunächst der sogenannte Primärharn abgefiltert wird. Ein außerordentlich fein reguliertes System zur Wiederaufnahme von Wasser und Salz in den Harnkanälchen passt den Urin an den tatsächlichen Bedarf an. Unser inneres Milieu wird durch diese Feinregulation erhalten, unabhängig davon, ob wir in der Wüste dursten oder auf das Münchener Oktoberfest gehen. Die Niere hält den Salz und Wasserhaushalt konstant. Doch nicht nur Wasser und Salze werden ausgeschieden, sondern auch Schlacken und Endprodukte des Stoffwechsels und, was eigentlich gar nicht geplant war, Medikamente. Auch werden in den Nieren Hormone gebildet, die dem Erhalt der Knochenfestigkeit, der Blutdruckregulation sowie der Blutbildung dienen. Damit gehören die Nieren zu den absolut lebenswichtigen Organen.

Eine Elektrolytstörung bezeichnet einen vom Normalpegel abweichenden Elektrolytspiegel im Körper. In extremen Fällen kann eine schwerwiegende oder andauernde Elektrolytstörung zu Herzproblemen, Fehlfunktionen des Nervensystems, Organversagen und schließlich zum Tod führen. Die ernstesten Elektrolytstörungen betreffen die Spiegel von Kalium, Natrium und/oder Calcium. Häufig entstehen diese Veränderungen in Zusammenhang mit einer Erkrankung der Nieren.

Entzündliche Systemerkrankungen, wie Vaskulitiden (Gefäßentzündungen) oder Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen), bilden einen weiteren Schwerpunkt unserer Tätigkeit. Sie gehen häufig mit Schädigungen der Niere einher. Neben der Diagnostik dieser Erkrankungen bieten wir Therapiemöglichkeiten sowie eine ambulante wie auch stationäre Betreuung.

Viele Nierenerkrankungen können durch Anamnese, körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen oder Ultraschalluntersuchungen diagnostiziert werden. Es gibt allerdings einige, bei denen ein kleines Stück der Niere untersucht werden muss, um eine genaue Diagnose zu stellen und eine entsprechende Behandlung durchzuführen.

Dies ist zum Beispiel bei einer vermehrten Eiweißausscheidung im Urin ohne klare Ursache, bei Blut im Urin ohne klare Ursache oder zur Beurteilung des Nierenschadens durch Systemerkrankungen (z.B. Vaskulitis) notwendig.

Der Pathologe kann dann beurteilen, ob es sich um eine Entzündung der Nierenkörperchen, die Glomerulonephritis genannt wird, handelt, oder ob andere Ursachen für den Nierenschaden vorliegen. Ihr Nierenarzt (Nephrologe) wird Ihnen eine Nierenbiopsie nur dann empfehlen, wenn sie notwendig ist, die Diagnose zu stellen und um Sie dann gezielt behandeln zu können.

Die Nierenbiopsie ist mit einem, in der Regel kurzen, stationären Krankenhausaufenthalt verbunden.

Unter einem Harnwegsinfekt versteht man eine durch Krankheitserreger verursachte Infektionskrankheit der ableitenden Harnwege. Die Infektion kann sich dabei bis in die Nieren und Blutbahn ausbreiten und infolgedessen zu bedrohlichen Krankheitsbildern führen. Harnwegsinfekte können sehr erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Dabei kommen je nach dem Risikopotential des Patienten verschiedene Medikamente zur Anwendung. Die Behandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Urologie.

Dialyse

Die Dialyse ist für viele nierenkranke Patienten als künstlicher Ersatz der Nierenfunktion bei akutem oder chronischem Ausfall des Organs eine lebensnotwendige Einrichtung.

Für die Nierenersatztherapie steht eine Reihe von Methoden zur Verfügung. Dazu gehören die Hämodialyse, Hämofiltration, Hämodiafiltration und die Peritonealdialyse. Wir bieten die gängigen Behandlungsverfahren mit modernen Dialysegeräten an. Dazu gehören die akute Dialyse sowie die umfassende Betreuung chronischer Dialysepatienten in unserer Dialyseabteilung und auf der internistischen und chirurgischen Intensivstation. Darüber hinaus steht für Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko die heparinfreie Dialyse mit lokaler Citrat-Antikoagulation zur Verfügung.

Neben der Nierenersatztherapie führen wir auch Plasmapherese, extrakorporale Entgiftungsverfahren und Hämoperfusion durch.

Die Hämodialyse ist eines der klassischen Nierenersatzverfahren. Bei der Hämodialyse werden aus dem Körper die harnpflichtigen Substanzen und überschüssiges Wasser entfernt, wenn die Nieren diese Aufgabe nicht mehr selbst ausreichend erfüllen. Hierfür wird das Blut des Patienten aus einem großlumigen Gefäßzugang (arterio-venöser Shunt oder implantierter Dialysekatheter) über ein Schlauchsystem zum Dialysegerät geleitet. Das Dialysegerät stellt eine spezielle Spüllösung (Dialysat) her, die über eine halbdurchlässige Membran im Dialysator die im Blut gelösten Giftstoffe und das überschüssige Wasser entzieht. Das zugrunde liegende physikalische Prinzip ist die Diffusion. Damit dem Körper nur Giftstoffe und möglichst keine wichtigen Blutbestandteile entzogen werden, enthält das Dialysat Salze und Glucose in der natürlichen Konzentration des Blutes. Das auf diese Weise durch das Dialysegerät gereinigte Blut wird dann über ein zweites Schlauchsystem zum Patienten zurückgeleitet.

In der Regel findet die chronische Hämodialysebehandlung an drei Tagen der Woche statt und dauert vier bis fünf Stunden. Die Einstellung des Dialysegerätes und die Zusammensetzung der Dialysierflüssigkeit werden individuell an den Patienten angepasst. Je nach medizinischen Erfordernissen können während der Dialyse auch Medikamente und Nährstoffe substituiert werden.

Das Verfahren der Hämofiltration ähnelt vom Aufbau der Hämodialyse. Auch hier wird das Blut vom Patienten über ein Schlauchsystem zum Dialysegerät geleitet und gereinigt. Anders als bei der Hämodialyse geschieht dies aber nicht über den Stoffaustausch mit einer Spüllösung (Dialysat). Stattdessen wird über eine Pumpe ein Druckgradient an der Filtermembran erzeugt, der mittels Konvektion zu einem Entzug der Plasmaflüssigkeit aus dem Blut über die großporige Membran führt. Dieser Entzug von Flüssigkeit wird Ultrafiltration genannt. Über den transmembranösen Fluss werden gleichzeitig die filtergängigen Giftstoffe mitentfernt. Als Ersatz für die entzogene Flüssigkeit wird dem Körper anschließend eine physiologische Elektrolytlösung in bestimmter Menge wieder zugeführt. Die Hämofiltration weist gewisse Vorteile gegenüber anderen Dialysemethoden auf. So kann unter anderem das Blutvolumen sehr gut gesteuert werden.

Die Hämodiafiltration bezeichnet ein extrakorporales Dialyseverfahren, bei dem die Hämodialyse und die Hämofiltration in Kombination angewendet werden. Der Vorteil liegt darin, dass sowohl Diffusion (zur Entfernung niedermolekularer Substanzen) als auch Konvektion (zur Entfernung größerer Moleküle) genutzt werden. Wie bei der Hämofiltration wird das Ultrafiltrat durch eine sterile Substitutionslösung ersetzt.

Die Hämoperfusion ist ein extrakorporales Behandlungsverfahren bei akuten Vergiftungen. Bei der Hämoperfusion wird das Blut des Patienten über eine Säule geleitet, die eine adsorbierende Substanz (z.B. Aktivkohle oder Austauscherharze) enthält. Der zu entfernende Giftstoff (z.B. überdosierte Medikamente, organische Lösungsmittel, Insektizide, Pilzgifte) wird im direkten Kontakt an diese Adsorbentien gebunden und so aus dem Blut eliminiert. Die Hämoperfusion findet Anwendung bei Vergiftungen mit Giftstoffen, die über eine Hämodialyse oder Hämofiltration nicht adäquat aus dem Körper eliminiert werden können. Das Verfahren ist jedoch nur für bestimmte Substanzen etabliert.

Die Plasmapherese (von griech. Apherese = "wegnehmen, entfernen") ist ein Verfahren zur Behandlung bestimmter Autoimmun- und Systemerkrankungen. Ähnlich wie bei einer Dialysebehandlung wird der Patient an einen extrakorporalen Kreislauf angeschlossen. Das über einen speziellen Filter separierte Blutplasma wird verworfen und anschließend durch eine Substitutionslösung aus Humanalbumin und Elektrolyten oder Frischplasmakonzentrate ersetzt. Das auf diese Weise gereinigte Blut wird anschließend wieder zum Patienten zurückgeleitet.

Das aufwändige Plasmaphereseverfahren wird vor allem zusammen mit einer immunsuppressiven Therapie bei schweren Autoimmunerkrankungen eingesetzt.

Eine seit vielen Jahren etablierte Alternative zur klassischen Hämodialyse stellt die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) dar. Die Peritonealdialyse verfährt nach dem gleichen Prinzip wie die Hämodialyse. Im Gegensatz zu dieser übernimmt jedoch statt einer Kunststoffmembran das Bauchfell (Peritoneum) des Patienten die Funktion der Dialysemembran. Über einen zuvor durch die Bauchwand implantierten Kunststoffkatheter (sog. PD-Katheter) wird eine sterile, glukosehaltige Dialyselösung (Dialysat) aus Plastikbeuteln in den Bauchraum eingelassen. Während der Verweilzeit im Bauchraum werden über Diffusion Giftstoffe und überschüssige Flüssigkeit in die Bauchhöhle gezogen und so beim nächsten Dialysatauslauf über den PD-Katheter entfernt.

Es gibt verschiedene Formen der Peritonealdialyse. Bei der am häufigsten eingesetzten kontinuierlichen, ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) werden typischerweise viermal tägliche Beutelwechsel mit jeweils 1,5 -2 Litern Dialyselösung selbstständig durch den Patienten zu Hause durchgeführt. Darüber hinaus gibt es sog. Cycler-gestütze Verfahren, bei denen eine Maschine (Cycler) automatisch die Füllung und Entleerung der Bauchhöhle mit Dialyselösung nach einem festgelegten Schema durchführt. Dies geschieht in der Regel in der Nacht, während der Patient schläft.
Die Auswahl des geeigneten Peritonealdialyseverahrens erfolgt individuell.

Die für die Peritonealdialyse erforderliche Patientenschulung findet in unserer Klinik statt. Unser Schulungsteam setzt sich aus Ärzten und spezialisierten Pflegekräften zusammen.

Die genannten Dialyseverfahren können auch in Form eines kontinuierlichen Verfahrens durchgeführt werden. Die pumpengestützten veno-venösen Verfahren wie die kontinuierliche veno-venöse Hämodialyse (CVVHD), Hämofiltration (CVVH) und Hämodiafiltration (CVVHDF) werden mit Hilfe modernster Geräte bei kritisch kranken, hämodynamisch instabilen Patienten auf unseren Intensivstationen eingesetzt.

Nierentransplantation

Für Patienten mit einer terminalen Nierenerkrankung ist neben der Blutwäsche und der Buchfelldialyse die Nierentransplantation eine weitere Behandlungsmöglichkeit. Unsere Patienten werden vor einer möglichen Nierentransplantation eingehend beraten und in einem Transplantationszentrum vorgestellt. Vor der Aufnahme auf die Warteliste sind je nach Gesundheitszustand eine Reihe vorbereitender Untersuchungen notwendig. Wir arbeiten mit den Transplantationszentren der Universität Essen und dem Knappschaftskrankenhaus in Bochum zusammen, wo die Transplantationen durchgeführt werden.

Da mehr Patienten auf der Warteliste sind als es Nierenspender gibt ist zumeist mit einer Wartezeit von mehreren Jahren zu rechnen. In dieser Zeit erfolgt weiterhin die Dialysebehandlung als Blutwäsche oder Bauchfelldialyse. In regelmäßigen Abständen finden Untersuchungen statt, um einen für die Nierentransplantation ausreichenden Gesundheitszustand sicherzustellen.

Postoperativ werden nierentransplantierte Patienten bei uns ambulant oder stationär weiter betreut, um eine optimale Funktion der transplantierten Niere zu erreichen. Wir arbeiten dabei eng mit den umliegenden Transplantationszentren zusammen.

Bluthochdruck

Der Bluthochdruck ist eine das Leben bedrohende Volkskrankheit. An keiner anderen Erkrankung sterben so viele Menschen. Insbesondere Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenversagen können häufig direkt auf einen erhöhten Blutdruck zurückgeführt werden. Diese Gefahr wird allerdings weitläufig unterschätzt und daher gute Therapiemöglichkeiten nicht immer genutzt. Jeder zweite 55-Jährige ist von dieser Erkrankung betroffen und mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit sogar noch stetig zu. Aber welcher Blutdruck ist normal? Wenn der Arzt misst, fängt der Bluthochdruck bei 140 zu 90 an, aber bei der Selbstmessung zuhause gilt 135 zu 85 als Grenze.

Tückischerweise führt der unbehandelte Bluthochdruck bei den Betroffenen bis zum Eintreten von schweren Komplikationen meist zu keinerlei Symptomen.

Über die letzten Jahrzehnte ist das wissenschaftliche / medizinische Wissen um diese Erkrankung enorm gewachsen. Hierbei handelt es sich um eine Erfolgsgeschichte der Medizin, welche entscheidend zu der konstant wachsenden Lebenserwartung unserer Bevölkerung beiträgt. Aber nicht alle Patienten profitieren von diesem Wissenszuwachs, so ist z.B. nur jedem zweiten Patienten seine Erkrankung überhaupt bekannt.

In unserem genetischen Bauplan liegt eine der wesentlichen Ursachen für die Entstehung des Bluthochdrucks. Andere sind insbesondere hoher Salzkonsum, Rauchen, Übergewicht, Alkoholmissbrauch und mangelnde Bewegung.

Zunehmend häufig kann man heute isolierte Ursachen, sogenannte sekundäre Hypertonieformen, für die Entstehung des Bluthochdrucks identifizieren. Durch die Möglichkeit einer gezielten Therapie sind diese sekundären Hypertonieformen von besonderer klinischer Bedeutung. Hierzu zählen insbesondere Hormon- und Schlafstörungen sowie eine Einschränkung der Nierendurchblutung durch Gefäßverkalkungen.

Den negativen Folgen eines Bluthochdrucks kann durch eine konsequente Blutdrucksenkung effektiv vorgebeugt werden. Doch wie ist dies zu erreichen? Der Blutdruck lässt sich auch ohne Medikamente senken und mit gesundem Lebensstil kann der Entstehung sogar vorbeugt werden. Man weiß um die Bedeutung von Sport und Bewegung, dem Körpergewicht, der Ernährung, dem Salz- und Alkoholkonsum sowie des Stresses im Alltag. Eine Blutdrucksenkung auf kleiner 140 zu 90 muss erreicht werden. Falls notwendig stehen hierzu hochwirksame Medikamente zur Verfügung, allerdings wird bestenfalls 1/3 der bekannten Bluthochdruckpatienten ausreichend therapiert. Dies ist häufig in der Sorge um Medikamentennebenwirkungen sowie der unzureichenden Suche nach der Ursache des Bluthochdruck begründet. In extremen Fällen von schwer einstellbarem Bluthochdruck wird in unserer Klinik das Verfahren der renalen Denervierung (Verödung der Nierennerven) angewandt.

Die Ultraschalluntersuchung der Nieren ist ein wichtiges bildgebendes Verfahren. Die Nieren werden nach Größe, Form und Lage beurteilt. Verschiedene Krankheiten können mit dieser Untersuchung diagnostiziert werden. Mit der Duplex-Sonographie können im Ultraschall Blutflüsse dargestellt werden. Hiermit können Verengungen der Nierenarterien nachgewiesen werden, die zu Nierenschäden und schwer behandelbarem Hochdruck führen.

Sollte kein sekundärer Bluthochdruck vorliegen, bleibt neben der Mitarbeit des Patienten durch gesunden Lebensstil zunächst die Optimierung der medikamentösen Therapie. In extremen Fällen von schwer einstellbarem Bluthochdruck wird in unserer Klinik auch das Verfahren der renalen Denervierung (Verödung der Nierennerven) angewandt.

Für diese Behandlung wird in die Arterie in der Leistengegend ein dünner, flexibler Katheter eingeführt und bis in die Nierenarterie vorgeschoben. Dort werden mit niedrigenergetischem Strom die Enden des sympathischen Nervensystems, dessen Überaktivität an dieser Stelle häufig den Hochdruck verursacht, verödet. Das Nervensystem der Nieren spielt für den Blutdruck eine enorm wichtige Rolle. Die vorliegenden Daten zeigen eine überzeugende und anhaltende Blutdrucksenkung. Dieses innovative Verfahren wird mit großem Erfolg in unserer Klinik in enger Kooperation mit der Klinik für interventionelle Radiologie eingesetzt.

Ein unzureichend therapierbare Bluthochdruck bedeutet ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen, insbesondere Herzinfarkt und Schlaganfall. Ist der Blutdruck auch mit mehr als drei Blutdruckmedikamenten nicht zu kontrollieren sein, sollte intensiv nach der Ursache gesucht werden, denn gelegentlich lassen sich sogenannte sekundäre Hypertonieursachen nachweisen, die dann auch eine kausale Therapie des Bluthochdrucks ermöglichen.

Bei einem Screening auf das Vorliegen eines sekundären Bluthochdrucks werden in unserer Klinik u.a. folgende Untersuchungen veranlasst:

  • genaue Überprüfung der Nierenfunktion
  • Messung der Nierendurchblutung mittels modernster Ultraschallmethoden
  • ggf. Untersuchung auf Schlafstörungen
  • Untersuchungen des Hormonstatus

Bezüglich des Hormonstatus wird insbesondere nach Veränderung des Aldosteronstoffwechsels gesucht und ein Phäochromozytom ausgeschlossen. Initial erfolgt dies durch einfache Blutanalysen, je nach Befund müssen jedoch ggf. weitergehende Funktionstests (u.a. Kochsalzbelastungstest, seitengetrennte Nebennierenvenenblutentnahme, Clonidinhemmtest) angeschlossen werden.

Sollte sich der Verdacht auf das Vorliegen eines sekundären Bluthochdrucks bestätigen, erfolgt in enger Kooperation mit den anderen Kliniken des Krankenhauses eine kausale Therapie des Bluthochdrucks. Bei Verengungen der Nierenarterien wird z.B. durch die interventionelle Radiologie unseres Hauses eine sogenannte Ballonaufdehnung der betroffenen Arterien durchgeführt. Bei hormonellen Störungen erfolgt zumeist mit den Methoden der Minimal-Invasiven-Chirurgie die Entfernung hormonproduzierender Knoten, zumeist der Nebennieren. Ziel all dieser Maßnahmen ist es eine gute und effektive Kontrolle des Bluthochdrucks zu erreichen.

Diabetes

Ein lange bestehender Diabetes mellitus (über zehn Jahre) kann zu Veränderungen in kleinen Blutgefäßen führen, die eine Nierenschädigung verursachen. Beginnende Veränderungen an den Nieren können bei Patienten mit Typ 1 Diabetes innerhalb einiger Jahre nach Diagnosestellung und bei Typ 2 Diabetikern bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung vorliegen. Diese Erkrankung wird diabetische Nephropathie genannt. Sie macht sich anfangs durch einen Eiweißverlust über die Nieren bemerkbar und endet ohne entsprechende Therapie in einem kompletten Funktionsverlust der Nieren mit der Notwendigkeit einer Dialysebehandlung oder einer Nierentransplantation.

Wir betreuen Patienten mit dieser Erkrankung in einem multidisziplinären Team von Ärzten und Schwestern mit dem Ziel einer frühzeitigen Diagnose, Therapie und Überwachung, um ein Fortschreiten der Nierenschädigung zu verhindern bzw. hinauszuzögern.

Wir bieten Ihnen u.a.:

  • Praxisorientierte Begleitung durch erfahrenes Pflegepersonal, Diätassistentin
  • Therapieoptimierung bei medikamentöser Diabetestherapie und Insulintherapie
  • Behandlung von Folgeerkrankungen
  • Diabetes- und Ernährungsberatung
  • Diabetesschulungen (Blutzuckermesstechnik und Insulininjektion)
  • Ernährungsberatungen

Die Behandlung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik sowie mit der Klinik für Gefäßchirurgie.

Intensivmedizin

In der Intensivmedizin werden Patienten mit schweren und akut verlaufenden Erkrankungen behandelt. Ein akutes Nierenversagen tritt häufig in Zusammenhang mit der gleichzeitigen Störungen anderer Organe auf und erfordert eine kompetente und besonders intensive, in der Regel auch interdisziplinäre Behandlung, um durch vorübergehenden Organersatz dem Körper eine Heilungschance zu geben. Sowohl auf unserer internistischen als auch auf unserer operativen Intensivstation betreuen wir Patienten mit akutem und chronischem Nierenversagen. Im Rahmen der Behandlung bieten wir sämtliche Nierenersatzverfahren an.

Bei Fragen sind wir gerne für Sie da.

Klinik für Nephrologie

Telefon 0234 517-2401
Telefax 0234 517-2403
nephro-bochum@augusta-kliniken.de

Klinikadresse

Augusta-Kranken-Anstalt Bochum
Bergstraße 26
44791 Bochum

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