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Wir haben Ihnen hier alle Informationen zur aktuellen Besuchsregelung in den Augusta Kliniken zusammengestellt.

Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie

Operationsspektrum im Überblick

Was sind Lippen-Kiefer-Gaumenspalten?

Für werdende Mütter und zukünftige Väter zählt die Schwangerschaft zu der glücklichsten und aufregendsten Zeit im Leben. Natürlich wünschen sich die Eltern nichts mehr, als dass ihr Baby gesund und munter zur Welt kommt. Die Diagnose einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung oder unmittelbar nach der Geburt ist für die meisten Paare daher zunächst ein Schock, gefolgt von großer Sorge und Unsicherheit: Was bedeutet die Fehlbildung für unser Kind? Gibt es Therapiemöglichkeiten?

Modernste Medizintechnik und Behandlungskonzepte ermöglichen heute Ergebnisse, dank derer die Kinder ein normales und unbeschwertes Leben führen können. Bedingung dafür ist aber die rechtzeitige und fachgerechte Versorgung. Auch müssen sich die Eltern bewusst machen, dass zur endgültigen Behebung der Fehlbildung mehrere Operationen notwendig sein können und die gesamte Behandlung ein langwieriger Prozess sein kann. Auf den folgenden Seiten bieten wir Ihnen einen ersten Überblick über den aktuellen Wissensstand im Bereich Lippen-Kiefer- Gaumenspalten und die in unserer Klinik angewandten Therapieansätze. Für eine ausführliche Beratung und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie dafür einfach einen persönlichen Gesprächstermin in unserer Klinik.

Ursachen/Entstehung

In Deutschland kommt jedes 500ste Kind mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auf die Welt. Es handelt sich damit um eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen in unserem Land. Die genauen Ursachen dafür sind noch weitgehend unbekannt.

Wie bei vielen angeborenen Fehlbildungen geht man auch bei Lippen-Kiefer- Gaumenspalten von einem Zusammenwirken mehrerer Faktoren aus. Als mögliche Auslöser gelten neben einer genetischen Veranlagung zum Beispiel Infektionen und die mangelnde Versorgung mit Nährstoffen und Vitaminen während der Schwangerschaft.

Spalten in Lippe oder Kiefer bilden sich zwischen der fünften und siebten, Gaumenspalten zwischen der neunten und elften Schwangerschaftswoche. In dieser Zeit entwickelt sich das Gesicht des Kindes, die Ober- und Unterkiefer sowie die Gaumenplatte wachsen von außen nach innen zusammen. Störungen in dieser sensiblen Phase können zu Wachstumshemmungen führen, mit der Folge, dass diese Bereiche unvollständig oder gar nicht zusammenwachsen.

Vorgeburtliche Diagnostik kann das Ausmaß der Spaltbildung bereits während der Schwangerschaft ermitteln. Dies ermöglicht es uns, den Eltern erste Behandlungsmöglichkeiten vorzustellen und sie schon vor der Geburt umfassend zu beraten und vorzubereiten.

Spaltformen

Abhängig von Art und Schwere der Störung sowie dem Zeitpunkt, zu dem sie auftritt, gibt es unterschiedliche Spaltformen:

  • Lippenspalten
  • Gaumenspalten
  • Lippen-Kiefer-Spalten und
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

Die Spalten können ein- oder beidseitig und in unterschiedlich starken Ausprägungen auftreten. Bei Gaumenspalten unterscheidet man zusätzlich nach Spaltbildungen im harten und weichen Gaumen, im Bereich der Lippen nach unvollständigen und vollständigen Spalten. Unvollständige Lippenspalten enden an der Oberlippe, vollständige Lippenspalten reichen bis in den Naseneingang.

Eltern sollten sich bewusst sein, dass bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten keine Strukturen fehlen, sondern sie lediglich nicht zusammengewachsen sind. Auch bedeutet die Spaltbildung für das Kind keine Schmerzen, da es sich nicht um eine Wunde handelt.

Behandlung

Für jedes Kind entwickeln wir einen individuellen Behandlungsplan. Je nach Art und Breite der Spaltbildung kann ein einzeitiges oder mehrzeitiges Verfahren gewählt werden. Die hier beschriebenen Verfahren gelten als Überblick. Im Vordergrund der Behandlung steht die Korrektur der durch die Fehlbildung bedingten Funktionsstörungen. Betroffen sein können die Atmung, die Nahrungsaufnahme, das Hörvermögen, die Mimik und die Lautbildung. Selbstverständlich spielt der ästhetische Aspekt in unserem Behandlungskonzept ebenfalls eine große Rolle. Unser Ziel ist es, die äußerlichen Auffälligkeiten auf ein Minimum zu reduzieren.

Um eine optimale Versorgung zu gewährleisten, kooperieren wir mit Hals- Nasen- Ohrenärzten, Logopäden, Kieferorthopäden und Kinderärzten. Durch die enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kollegen stellen wir eine sichere Versorgung über die Entlassung hinaus sicher. Dies gilt auch für Patienten, die nicht aus dem Einzugsgebiet unserer Klinik kommen.

Aufgrund der Fortschritte in der Anästhesietechnik ist es heute möglich, Kinder bereits kurz nach der Geburt ohne größeres Risiko zu operieren. In unserer Klinik behandeln wir Neugeborene mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten ab dem dritten Monat. Kinder wiegen in diesem Alter durchschnittlich 5 kg und vertragen somit die Narkose und die Eingriffe gut.

In enger Abstimmung mit den Eltern erarbeiten wir für jedes Kind einen individuellen Therapieplan. Besonders hinsichtlich des optimalen Zeitpunktes für die notwendigen Operationen gibt es unter Experten unterschiedliche Standpunkte. Deshalb stellen wir im folgenden kurz die Operationskonzepte unserer Klinik für die einzelnen Spaltenformen vor:

Lippenspalten

Im Falle einer isolierten Lippenspalte ist gewöhnlich nicht mehr als eine Operation notwendig. Neben der Vereinigung der beiden spaltseitigen Lippenteile erfolgt hierbei auch die oftmals erforderliche Nasenkorrektur.

Gaumenspalten

Alleinige Weichgaumenspalten bedürfen keiner Vorbehandlung, hier findet der Verschluss des weichen Gaumens im Alter von 3-4 Monaten statt, abhängig vom Entwicklungsstadium des Kindes. Für Kinder mit einer Spalte des harten und weichen Gaumens fertigen wir zunächst eine Trinkplatte an, die Nasen- und Mundraum trennt. Sie korrigiert die Zungenlage und erleichtert so die Nahrungsaufnahme sowie die Atmung des Kindes und steuert die Entwicklung des Oberkiefers. Betrifft die Spalte sowohl den harten als auch weichen Gaumen, wird letzterer zuerst ver- schlossen. Durch die frühe Operation im Alter von drei Monaten soll eine möglichst ungehinderte Sprachentwicklung des Kindes gewährleistet werden. Nach dem Eingriff ist das Tragen der Trinkplatte nicht mehr erforderlich. Der Verschluss des harten Gaumens erfolgt zwischen dem 8. und 16. Lebensmonat. Als Folge einer Gaumenspalte kann es zu einem Paukenerguss kommen. Um ein daraus resultierendes eingeschränktes Hörvermögen zu verhindern und Entzündungen vorzubeugen, wird dem Kind durch unsere HNO-Ärzte während der Narkose ein Belüftungsröhrchen (Paukenröhrchen) in das Trommelfell eingesetzt, falls der HNO-Arzt durch seine Mikroskop- Untersuchung einen Erguss feststellt.

Lippen-Kieferspalten

Das Vorgehen richtet sich hier danach, wie breit die Kieferspalte ist. Schmale Spalten verschließen wir in nur einer Sitzung. Bei weit auseinander stehenden Kiefersegmenten erfolgt zunächst ein "provisorischer" Verschluss der Spalte. Hierbei wird die Lippe aneinander geheftet und die Knochenlücke nur an den Spalträndern aneinandergenäht. Die so entstehende Spannung sorgt dafür, dass die Kieferteile sanft zusammengezogen werden. Etwa zwei bis drei Monate später findet in einer zweiten Operation dann der endgültige Verschluss der Lippenspalte sowie der weichteilige Verschluss der Kieferspalte statt. Als Folge der Kieferspalte kann es zu einem Knochendefizit im Spaltenbereich (im bleibenden Gebiss) kommen, wodurch spaltnahe Zähne nur unzureichend Halt fänden. Um den fehlenden Knochen aufzufüllen, können im Alter von ca. 9 Jahren kleine Teile aus dem Beckenkamm in den Kiefer verpflanzt werden. Dieser Eingriff ist jedoch nicht immer notwendig. 4.) Lippen-Kiefer-Gaumenspalten Auch bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte fertigen wir zunächst eine individuell angepasste Trinkplatte für das Kind an. Drei Monate nach der Geburt erfolgt die erste Operation. Hier wird der weiche Gaumen und - wie bei einer Lippen- Kieferspalte zunächst "provisorisch" - die Lippe verschlossen. Etwa zwei bis drei Monate später findet dann der endgültige Verschluss der Lippen- und Kieferspalte statt. Die Behandlung des harten Gaumens im Alter von ca. 8-16 Monaten schließt die Grundversorgung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ab.

Logopädie

Logopädie bedeutet für uns nicht nur Therapie im klassischen Sinne, sondern in einem ganz besonderen Maß die frühe und gezielte Förderung unserer Spaltkinder. Dieses Konzept verfolgen wir in unserer Klinik schon seit sehr langer Zeit. Frühförderung heißt für uns, dass wir gemeinsam mit Ihnen Frühförderideen entwickeln und dadurch auch Ihre elterliche Kompetenz stärken. Wir stellen interdisziplinäre Kontakte her mit Therapeuten, die wohnortnah arbeiten und sich unserem gemeinsamen Ziel verpflichtet fühlen. Wir tauschen uns sowohl mit Ihnen, als auch mit den Therapeuten aus und entwickeln die gemeinsamen Ziele weiter. Grundlage unserer ganz besonderen Frühförderung ist der höchst komplexe und komplizierte Vorgang, der zum Erlernen von Lauten und Sprache führt. Wir wissen, dass die Beherrschung der Lautbildung und das Erlernen von Wörtern ganz erheblich von der Fähigkeit des Hörens, der gezielten und differenzierten Bewegung und des Fühlens abhängt. Auf dieser Basis versuchen wir mit Ihnen gemeinsam, Ihr Kind zu fördern und eventuell entstehende Entwicklungsverzögerungen möglichst schnell und möglichst effektiv auszugleichen. Eine gute Frühförderung ist das eine Ziel, das wir erreichen wollen. Die eventuell notwendige Therapie, um letztlich auch eine unkomplizierte Einschulung zu erreichen, ist das andere Ziel. Auch hierbei gilt, dass wir so früh wie möglich beginnen, eventuelle Fehlentwicklungen oder Störungen zu behandeln. Dies geschieht bei uns "interdisziplinär", das heißt im permanenten Zusammenspiel aller beteiligten medizinischen Fachrichtungen. Mit unserer logopädischen Spaltsprechstunde, die für jeden Patienten, unabhängig von der Operation, alle sechs Monate stattfindet, verstehen wir uns als koordinativ und initiativ tätige Therapeuten. Wir stellen die Kontakte mit wohnortnahen Kollegen her und bleiben mit diesen aber auch im Gespräch, um immer rechtzeitig das jeweils Notwendige und Richtige für Ihr Kind anstoßen zu können.

Finanzielle Unterstützung

Was viele Angehörige nicht wissen: Mit einem Antrag auf Schwerbehinderung besteht die Möglichkeit, die durch die Behandlungen entstehenden Kosten aufzufangen. Der Antrag ist beim zuständigen Versorgungsamt einzureichen. In der Regel dauert die Bearbeitung mehrere Wochen, weshalb der Antrag möglichst vor der ersten Operation eingereicht werden sollte. Fragen Sie dazu auch das örtliche Versorgungsamt in Ihrer Nähe.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Klinik ist die kieferorthopädische Chirurgie. Gleichbedeutend werden z. T. die Begriffe Dysgnathie-Chirurgie, skelettverlagernde Operation, Umstellungsosteotomie oder profilverbessernde Operation gebraucht. Wir behandeln hier Form- und Lageveränderungen der Kiefer, Entwicklungsstörungen im Gesicht sowie Missverhältnisse von Zahn- und Kiefergrößen (Dysgnathien) in enger Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kieferorthopäden. Gnathie kommt vom griechischen Wort gnathos und bedeutet Kiefer. Unter Dysgnathie versteht man Fehlstellungen der Kiefer und/oder des Kausystems. Unter einem Fehlbiss, der u.U. auch durch eine Operation korrigiert werden muss, versteht man ein Nichtzusammenpassen (Inkongruenz) von Ober- und Unterkiefer. Dies kann z. B. ein Vorbiss des Unterkiefers sein, der sich in einem deutlich vorstehenden Kinn auswirkt, aber auch eine Seitverschiebung des Kinns oder ein Nichtüberlappen der Schneidezähne, so dass ein Abbeißen nicht möglich ist.

Es gibt noch zahlreiche weitere Fehlbisssituationen. Erhebliche Abweichungen von einem „normalen“ Gesichtsprofil, wie z. B. ein deutlich fliehendes oder weit vorstehendes Kinn, ein Doppelkinn (bei schlanken Gesichts- und Halsweichteilen), eine kurze Oberlippe mit vorstehenden, oberen Frontzähnen beruhen nicht selten auf einer Dysgnathie. Selbst wenn das Gesichtsprofil scheinbar nur durch eine Extremform der Nase geprägt ist, kann es in Einzelfällen nötig sein, die optimale Profilverbesserung durch ein kombiniertes Vorgehen zusammen mit der korrekten Ausrichtung von Ober- und Unterkiefer zu erzielen. Möglicherweise verbirgt sich auch hinter einer Gesichtsasymmetrie ein Fehlbiss von Ober- und Unterkiefer. Ein Fehlbiss kann aber auch ein Teilaspekt einer komplexeren Fehlbildung des Gesichtsschädels sein, wie z. B. bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, bei der hemifazialen Mikrosomie oder beim Franceschetti-Syndrom.

Mit minimalinvasiven Operationstechniken kann jeder Bereich des Kiefers und des Gesichtsschädels ohne äußere Hautschnitte und ohne aufwändige Verdrahtungen des Knochens korrigiert werden. So lassen sich funktionelle Probleme beheben und gleichzeitig das ästhetische Erscheinungsbild harmonisieren. Welche faszinierenden Möglichkeiten die kieferorthopädische Chirurgie heute eröffnet und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, darüber möchten wir Sie auf den nächsten Seiten informieren.

Keineswegs muss jede Fehlbisssituation operativ behandelt werden. Die meisten Fehlbisssituationen, die nicht sehr ausgeprägt sind, können allein vom Zahnarzt/ Zahnärztin oder - dies ist meist der Fall - vom Fachzahnarzt/ Fachzahnärztin für Kieferorthopädie ohne Operation behandelt werden.

Auch in den Fällen, wo eine Operation nötig ist, muss regelhaft ein Kieferorthopäde/ Kieferorthopädin eine Vor- und Nachbehandlung übernehmen. Wir verstehen uns als Partner in einem Team, bestehend aus dem Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, dem Kieferorthopäden und dem Zahnarzt, das sich für eine optimale Behandlung zusammenfinden muss.

Ein Fehlbiss kann sich von der Geburt bis zum jungen Erwachsenenalter hin entwickeln. Er kann angeboren oder erworben sein. Auch in späteren Lebensabschnitten kann ein Fehlbiss noch behandlungsbedürftig werden.

Meistens wird ein Fehlbiss, wenn er nicht operativ behandelt werden muss, in der Schulzeit oder/und bei Jugendlichen behandelt. Eine Operation zur Beseitigung eines Fehlbisses wird am häufigsten bei jungen Erwachsenen durchgeführt.

Allerdings kann ein sehr ausgeprägter Fehlbiss auch ein früheres operatives Eingreifen notwendig machen. Dies erfordert eine frühzeitige Beratung und Abstimmung der Behandlungsplanung durch den behandelnden Kieferorthopäden und den Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Durch einen gemeinsamen Behandlungsplan vereinfacht und verkürzt sich die gesamte Behandlung.

In einigen Fällen kann es sein, wenn Ihre Kiefer viel zu schmal (transversales Problem) sind, dass zunächst Platz geschaffen werden muss. Die chirurgische Gaumennahterweiterung und/oder die Unterkieferdistraktion sind geeignete Maßnahmen. Sind diese Eingriffe geplant, stehen sie ganz am Anfang der Behandlung.

Vor der Operation erfolgt in aller Regel eine ambulante kieferorthopädische Behandlung, um die Zähne mit Hilfe von „Spangen/Zahnklammern“ auszurichten und die Kiefer auszuformen, damit diese nach der Operation möglichst gut zusammen passen. Diese Behandlungsphase kann zwischen 1 und 1½ Jahren dauern. In der zweiten Phase wird dann die Fehlstellung der Kiefer durch eine Operation in Vollnarkose im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthalts korrigiert. Hierbei handelt es sich um bewährte Operationsverfahren, die seit mehreren Jahrzehnten regelmäßig und mit großem Erfolg angewendet werden.

Alle Operationsschritte werden vom Mund aus vorgenommen, so dass im Gesicht keine sichtbaren Narben entstehen. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, analysieren wir Röntgenbilder, Gipsmodelle von den Zähnen sowie das Gesichtsprofil und führen eine 3D-Computersimulation (Dolphin Imaging®) und Planung der Operation durch. Je nach Schweregrad der Fehlstellung kann es notwendig werden, entweder isoliert den Ober-/ Unterkiefer oder beide Kiefer zeitgleich zu verlagern. Dabei wird der Knochen geschwächt und die Kiefer beweglich gemacht. In der neuen Position wird der Knochen dann mit kleinen Titanplatten und Schrauben fixiert und die Wunden werden verschlossen. Nach der Operation schließt sich eine erneute kieferorthopädische Behandlung an, in der nun die Fein-Einstellung der Zähne vorgenommen wird. Nach ca. 1 Jahr können dann die eingebrachten Platten und Schrauben in einer kurzen Operation wieder entfernt werden.

Eine kombinierte kieferorthopädische und mund-, kiefer- und gesichtschirurgische Behandlung zur Beseitigung eines Fehlbisses erfordert eine gute Mitarbeit und Motivation des betroffenen Patienten. Es handelt sich jedoch um eine Routinebehandlung, die heutzutage ein hohes Maß an Sicherheit bietet. Die relativ aufwändigen vorbereitenden Maßnahmen dienen Ihrer Sicherheit.

Da es nicht nur ein einziges Standardverfahren der orthognathen Chirurgie gibt, können in diesem Rahmen auch nicht die Risiken im Einzelnen besprochen werden. Hierzu dient die Beratung in unserer Dysgnathie-Sprechstunde.

In der Regel werden die Kosten für eine notwendige Dysgnathie-Behandlung bisher von den gesetzlichen oder privaten Krankenkassen übernommen. Notwendige kieferorthopädische Behandlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres bezahlt. Jedoch haben die gesetzlichen Krankenkassen ihre Leistungspflicht weiter eingeschränkt und übernehmen die Kosten in der Regel nicht vollständig, wenn der Patient das achtzehnte Lebensjahr überschritten hat. Es empfiehlt sich daher vor Behandlungsbeginn eine Zusatzversicherung für Krankenhausbehandlung („ärztliche Wahlleistung“) abzuschließen, da Sie dann auch Anspruch auf minimalinvasive Techniken haben.

Bei darüber hinausgehenden Behandlungen und in Zweifelsfällen sollten Sie die Kostenfrage mit dem Sachbearbeiter Ihrer Krankenkasse nach einem Beratungsgespräch mit uns klären. In Einzelfällen kann auch eine Begutachtung von Ihrer Krankenkasse gefordert werden.

Wenn Sie glauben, dass Sie selbst oder ein Familienangehöriger betroffen sind, sollten Sie sich beraten lassen. Die richtigen Ansprechpartner für ein erstes Beratungsgespräch ist Ihr Kieferorthopäde/ Kieferorthopädin. Er oder sie sollten in der Lage sein, zu beurteilen, ob eine Fehlbisssituation vorliegt und Ihnen eine orientierende Beratung anbieten. Wenn Ihr Arzt bereits erwähnt hat, dass wegen eines Fehlbisses eine Operation notwendig werden könnte, sollten Sie sich bei uns melden. Wir beraten Sie gerne im Rahmen unserer Dysgnathie-Sprechstunde.

Damit der richtige Ansprechpartner für Sie zur Verfügung steht, sollten Sie sich einige Tage zuvor anmelden. Wenn Sie Ihr Kind vorstellen möchten, ist für die Entscheidung, ob behandelt und operiert werden soll, die Anwesenheit beider Eltern oder Erziehungsberechtigten sinnvoll. Alle verfügbaren Informationen über den Gesundheitszustand des zu operierenden Patienten sollten bei einem Beratungsgespräch zur Verfügung stehen.

Die Traumatologie umfasst die Diagnose und Therapie von Verletzungen im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich. Diese können aus Weichgewebs- oder Knochenverletzungen sowie aus einer Kombination beider bestehen. Verursacht werden solche Verletzungen häufig durch Gewalteinwirkung bei Arbeits-, Sport-, Verkehrs- oder Haushaltsunfällen. Primäres Ziel ist die funktionelle und ästhetische Wiederherstellung des Patienten. Die Behandlung von Gesichtsverletzungen stellt einen der Grundpfeiler der Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie dar. Der schon historisch aufgrund der Einsätze in zwei Weltkriegen bedingte regelmäßige intensive Umgang mit diesem Teilgebiet prädestiniert unsere Fachdisziplin zu einem Expertenteam. Ziel unserer Wundbehandlung im Gesicht ist immer eine kleinstmögliche Narbenbildung.

Eine adäquate Primärversorgung von kleinen und großen Wunden ist entscheidend für ein optimales ästhetisches Ergebnis. Bei Ausbleiben einer sofortigen adäquaten Versorgung ist eine sekundäre, wesentlich aufwändigere Korrektur notwendig. Besteht der klinische Verdacht auf eine Gesichtsschädelfraktur, stehen uns moderne diagnostische bzw. bildgebende Verfahren zur Bestätigung bzw. zur Klärung zur Verfügung. Insbesondere die modernen Schnittbildverfahren (Computertomografie und Kernspintomografie) mit unterschiedlichen Einsatzbereichen stehen jederzeit zur Verfügung, um eine etwaige Behandlungsindikation zu klären. Je nach Schweregrad und Lokalisation der Frakturen empfiehlt sich ein sofortiges Vorgehen oder in manchen Fällen - beispielsweise im Bereich der knöchernen Augenhöhle - ein verzögertes Handeln, um eine Abschwellung abzuwarten.

Weichgewebsverletzungen der Haut und Mundschleimhaut im Kopf- und Halsbereich werden sorgfältig rekonstruiert, um das bestmögliche funktionelle und ästhetische Ergebnis zu erreichen. Bei sehr ausgedehnten Verletzungen kann eine aufwändige Rekonstruktion von motorischen und sensiblen Gesichtsnerven, Ausführungsgängen der Speicheldrüsen, Augenlidern und Tränengängen erforderlich sein.

Knöcherne Verletzungen der Gesichtsschädelknochen können unterschiedlich und sehr umfangreich sein. Sie können von der Lockerung eines singulären Zahnes bis zu ausgedehnten Mehrfachfrakturen des gesamten Gesichtsschädelknochens reichen. Eine operative Versorgung ist in den meisten Fällen zwingend erforderlich. Ein Verheilen der einzelnen Bruchstücke in Fehlstellung kann zu funktionellen Beschwerden wie gestörte Kaufunktion, Mundöffnungsbehinderung, Sehstörungen sowie zu Einschränkungen des äußeren Erscheinungsbildes führen.

Sind Zähne aus ihrem Knochenfach im Kiefer ausgeschlagen, so können diese replantiert werden und mittels einer Schienung über mehrere Tage bis Wochen - abhängig vom Ausmaß der Verletzung - wieder stabilisiert werden. Kommt es trotzdem zum Zahnverlust, besteht die Möglichkeit, die entstandene Lücke durch ein dentales Implantat zu ersetzen.

Bei der operativen Versorgung von Frakturen wird die übungsstabile Verschraubung der Fragmente in korrekter anatomischer Position unter Einsatz von Miniplatten und Schrauben angestrebt. Nach 4-6 Monaten können diese wieder entfernt werden. Die Miniplatten bestehen meist aus Titan, einem sehr gut verträglichem und biokompatiblem Material. In geeigneten Fällen können Platten aus resorbierbaren Materialien verwendet werden. Um sichtbare Narben zu vermeiden werden die operativen Zugänge in ästhetisch unproblematische Bereiche wie die Mundhöhle, die behaarte Kopfhaut, die Augenbraue, einer Hautfalte oder in die Lidkante gelegt. Postoperativ wird zur Kontrolle der korrekten Reposition der Fraktur eine Röntgenaufnahme durchgeführt. Sollte es dennoch zu einem Ausheilen der Fraktur in Fehlstellung kommen, ist eine plastische Wiederherstellung in 6-9 Monaten anzuraten.

Der Klinik für Mund-, Kiefer-Gesichtschirurgie des EvK Hattingen stehen zur optimalen traumatologischen Versorgung moderne Spezialröntgengeräte zur Verfügung.

Mundschleimhauterkrankungen

Einen Schwerpunkt unserer Klinik bildet die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Mundschleimhaut. Die Mundschleimhaut zeigt Reaktionen auf vielfältige Krankheitsbilder, kann aber auch ausschließlich der Ort einer Erkrankung sein. Erkrankungen, die sich auch an der Mundschleimhaut zeigen, sind zum einen Infektionskrankheiten wie Pilzerkrankungen, Masern, Herpes oder auch HIV-Infektionen. Diese Erkrankungen müssen von Erkrankungen differenziert werden, die den ganzen Verdauungstrakt oder die Haut betreffen, um eine adäquate Therapie zu gewährleisten. Eine Erkrankung des Verdauungstraktes, die sich unter anderem an der Mundschleimhaut zeigen kann, ist etwa der Morbus Crohn. Unter den Erkrankungen der Haut mit einer Beteiligung der Mundschleimhaut sind beispielhaft die blasenbildenden Erkrankung wie die Epidermolysis bullosa zu nennen.

Ein weiteres wichtiges Krankheitsbild sind die Mundschleimhautveränderungen, die mit einer weißlichen Veränderung einhergehen (z. B. Leukoplakie, Lichen planus). Hier werden definierte Behandlungskonzepte angeboten, da einige dieser Erkrankungen mit einem geringen Risiko der Krebsentstehung einhergehen. Die Behandlung der verschiedenen Veränderungen schließt sowohl die medikamentöse Therapie, als auch die chirurgische Therapie inklusive Lasertherapie mit ein.

Tumoren im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich

Tumoren im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich sind Neubildungen, die sich aufgrund ihres autonomen Wachstums der Steuerung durch den übergeordneten Organismus entziehen. Tumoren können gutartig oder bösartig sein. Sie gehen immer aus einem bestimmten Gewebe hervor, nach dem sie benannt werden.

Das Behandlungsspektrum der Klinik umfasst die Diagnose und Therapie aller gutartigen und bösartigen Veränderungen der Haut- und Schleimhaut des Kopfes, des Halses, des Mundes und der Kieferhöhlen (zum Beispiel Plattenepithelkarzinome, Basaliome, Hämangiome). Weiterhin werden spezielle Neubildungen der Gesichtsschädelknochen, der Kiefer und der Zähne behandelt (zum Beispiel Ameloblastome, Zysten).

Bösartige Tumoren stellen schwerwiegende Erkrankungen dar, die ohne eine entsprechende Behandlung schnell fortschreiten können. Dabei gilt, dass fortgeschrittene Tumorstadien schwieriger zu behandeln sind und eine schlechtere Heilungsprognose aufweisen als neu aufgetretene. Aus diesem Grund kommt der Früherkennung von Tumoren eine sehr wichtige Bedeutung zu. Ihr Hausarzt und Ihr Zahnarzt wissen das und untersuchen aus diesem Grund bei jeder Vorstellung explizit Ihre Haut bzw. Mundschleimhaut. Wenn der Verdacht auf eine tumoröse Neubildung besteht, schickt Sie Ihr Arzt weiter zum Spezialisten, wo ein unklarer Befund abgeklärt wird.

Der häufigste bösartige Tumor des Kiefer-/Gesichtsbereiches ist das Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle, das mit weltweit 7,9 % bei Männern und 3,9 % bei Frauen an vierter bzw. achter Stelle der Tumormanifestationen steht. 2002 waren Karzinome der Mundhöhle und des Rachens die 6. häufigste Krebstodesursache in der männlichen Bevölkerung Deutschlands. In den letzten 30 Jahren konnte eine kontinuierliche Zunahme der Erkrankungshäufigkeit und eine Verschiebung des Altersgipfels von der 7. in die 6. Lebensdekade beobachtet werden. Außerdem sind immer häufiger auch sehr junge Menschen von einem Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle betroffen. Männer erkranken etwa 3-mal häufiger als Frauen.

Bekannt sind die in vielen Studien nachgewiesenen Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von Mundhöhlenkarzinomen und starkem Rauchen oder ausgeprägtem Alkoholgenuss. Darüber hinaus scheint vor allem ein sich gegenseitig verstärkender Effekt bei gleichzeitigem Tabak- und Alkoholkonsum zu bestehen, so dass bei diesen Patienten die Erkrankungshäufigkeit um mehr als das 10-fache erhöht ist, und sich die Tumoren deutlich früher manifestieren. Auch eine chronische Entzündung der Mundschleimhaut, wie sie z. B. in Folge einer nicht ausreichenden Mundhygiene oder wiederkehrender Schleimhautverletzungen durch scharfe Zahn- und Füllungskanten auftreten kann, ist eine mögliche Ursache für die Entstehung eines solchen bösartigen Tumors. Vor allem bei jüngeren Patienten mit Plattenepithelkarzinomen der Mundschleimhaut lässt sich allerdings häufig auch keiner der genannten Risikofaktoren nachweisen. Neben den Plattenepithelkarzinomen treten auch Tumoren der Speicheldrüsen, des Bindegewebes (z. B. Sarkome) und anderer Strukturen in der Mundhöhle auf. Diese sind jedoch deutlich seltener.

Grundsätzlich hat jedes Geschwür der Mundhöhle, das nicht innerhalb von 14 Tagen mit einer lokalen Behandlung zur Abheilung zu bringen ist, als verdächtig zu gelten und sollte somit einer fachärztlichen Untersuchung zugeführt werden. Zur Frühdiagnostik von bösartigen Mundschleimhautveränderungen wurde in unserer Klinik ein Untersuchungsverfahren entwickelt, bei dem man mittels Bürstenabstrich der verdächtigen Läsion erste Hinweise auf das Vorliegen eines Tumors erhalten kann.

Wenn die Diagnose „bösartiger Tumor“ gestellt wurde, sind in Abhängigkeit von der Gewebeart und der Tumorausdehnung weitere Untersuchungen notwendig. Diese Untersuchungen sollten am sinnvollsten gleich in einem Zentrum durchgeführt werden (Tumorstaging), da für jede Tumorart festgelegte diagnostische Methoden konzipiert sind und damit auch unnötige Doppeluntersuchungen vermieden werden können. Diese Untersuchungen können nach individueller Absprache mit dem Patienten weitgehend ambulant durchgeführt werden. Liegen alle Untersuchungsergebnisse vor, wird das Ärzteteam der MKG-Chirurgie dem Patienten bzw. zusätzlich seinen Angehörigen den für ihn besten Behandlungsweg erläutern. Bei ausgedehnten Tumoren, schwierigen Konstellationen, wenn z. B. Patienten noch an anderen Erkrankungen leiden und Grenzfällen werden die Entscheidungen für die geeignete Therapie interdisziplinär zusammen mit Strahlentherapeuten, Onkologen und weiteren Spezialisten aus unseren Nachbarfächern wie HNO, Neurochirurgie oder Augenheilkunde, getroffen. An Behandlungsmethoden kommen grundsätzlich die chirurgische Tumorentfernung, Bestrahlung und Chemotherapie in Frage. Diese Methoden können auch kombiniert zum Einsatz kommen.

Bei den meisten bösartigen Tumoren in Kopf- und Halsgebiet stellt die operative Entfernung des Tumors die Methode der Wahl dar. Erst an zweiter Stelle steht die Strahlentherapie. Häufig ist jedoch ein multimodales Therapiekonzept erforderlich.

Die Kopf-Halsregion und insbesondere das Gesicht ist eine hochsensible Region für chirurgische Eingriffe, da hier wie in keinem anderen Gebiet des Körpers die Ansprüche an Funktion und Ästhetik von überragender Bedeutung sind. In diesem Wissen geht die Planung einer Tumoroperation immer mit dem Konzept einher, den durch die Resektion entstandenen Schaden möglichst optimal zu beheben. Dabei hilft uns unser breites operatives Spektrum in der rekonstruktiven Chirurgie. Mit diesen zahlreichen Möglichkeiten plastischer und rekonstruktiver Operationstechniken können wir sowohl Weichgewebe als auch Knochen mit körpereigenem Gewebe ersetzen. Somit gelingt es z. B. auch bei großen Tumoren und Entfernungen von ganzen Kieferabschnitten dem Patienten zunächst den verloren gegangenen Knochen wieder aufzubauen, in diesen Zahnimplantate einzusetzen und den Patienten so kaufunktionell vollständig zu rehabilitieren.

Die Therapiemöglichkeiten beinhalten das volle Spektrum der chirurgischen Möglichkeiten der Tumorresektion und der Rekonstruktion der betroffenen Gebiete mit Transplantationen von Knochen und Haut auch mit Hilfe mikrochirurgischer Techniken. Ebenso gehört die Wiederherstellung der Kaufunktion mit Hilfe von Zahnimplantaten zum Spektrum der Klinik. Die Therapie wird individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten und umfasst eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit u. a. mit den Kliniken für Strahlentherapie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Zahnheilkunde. Ebenso bestehen enge Kooperationen mit Rehabilitationseinrichtungen, die sich auf das Verbessern der Sprach- und Schluckfunktion nach operativen Eingriffen im Kopf-Hals-Bereich spezialisiert haben.

Im Rahmen der kieferchirurgischen Tumortherapie konnten wir in den letzten Jahren an unserer Klinik die Entfernung des so genannten Wächterlymphknotens (Sentinel Lymphknoten) als neues diagnostisches Verfahren etablieren. Dabei erfolgt die selektive Entfernung der lokalen Lymphknoten, die die Lymphflüssigkeit aus dem Tumorareal filtern.

Bei der Betreuung unserer Patienten legen wir großen Wert auf ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das unter anderem auch eine logopädische und ernährungsmedizinische Mitbetreuung beinhaltet.

Unterstützt werden diese Konzepte von einer engmaschigen Nachsorge der Tumorpatienten, um ein mögliches Wiederauftreten (Rezidiv) frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Hierfür bestehen standardisierte Nachsorgeprotokolle im Rahmen einer Spezialsprechstunde, die sich an den Richtlinien der nationalen und internationalen Fachgesellschaften orientieren.

Tumoren der Haut

Einen weiteren Schwerpunkt des Behandlungsspektrums unserer Klinik bilden die Tumoren der äußeren Gesichtshaut einschließlich der Lippe. Die Ursache gutartiger Neubildungen der Haut ist meist unklar; bei bösartigen Tumoren spielen UV-Strahlen die Hauptrolle. Das Basaliom stellt den häufigsten bösartigen Tumor der Gesichtshaut dar und betrifft pro Jahr ca. 50 von 100.000 Menschen. Mit zunehmendem Alter steigt die Erkrankungshäufigkeit. Bei ungünstigem Verlauf können diese Tumoren mit einer erheblichen Gewebezerstörung einhergehen, was im Gesichtsbereich nicht selten zu funktionellen Verlusten und einer starken ästhetischen Beeinträchtigung führt. Neben den Basaliomen spielen auch anderer Tumorentitäten (z. B. Plattenepithel-karzinome, Melanome) eine Rolle. Auch hier ist vor Einleitung einer individuellen, spezifischen Therapie zunächst eine entsprechende Diagnostik ggf. unter Mitarbeit von Dermatologen oder Augenärzten (z. B. bei Befall der Augenlider) erforderlich.

Die Therapie der Wahl stellt auch bei Hauttumoren die operative Entfernung der Neubildung dar. Die Defekte lassen sich in der Regel mit lokalen Lappenplastiken versorgen. Auch hier ist es unser besonderes Anliegen, eine optimale Wiederherstellung der Ästhetik zu erreichen. In seltenen Fällen ist bei sehr ausgedehnten Defekten eine Rekonstruktion mit Hilfe eines mikrochirurgisch gefäßanastomosierten Hauttransplantates nötig. In besonderen Situationen (z. B. tumorbedingter Verlust des Auges oder der Nase) kommen auch epithetische Rekonstruktionsverfahren zum Einsatz.

Zum Behandlungsspektrum der zahnärztlichen Chirurgie zählt unter anderem die Entfernung von verlagerten, frakturierten oder luxierten Zähnen und Zahnkeimen - wie zum Beispiel die Entfernung von Weisheitszähnen, die Freilegung von verlagerten Eckzähnen oder die Replantation von verletzten Zähnen nach einem Unfall. Weitere Leistungsfelder sind Wurzelspitzenresektionen, Zystenbehandlungen und die Parodontalchirurgie.

Zahnverlust führt zu Zahnlücken und letztendlich zur Zahnlosigkeit. Dies kann aus den unterschiedlichsten Gründen verursacht worden sein, dabei spielen Karies und Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) eine große Rolle. Die Beseitigung der Ursachen für Karies und Parodontitis wie schlechte Mundhygiene und/oder mangelhafter Zahnersatz ist eine Voraussetzung für den Behandlungserfolg einer mögliche Implantatversorgung.

Im Rahmen einer funktionellen und ästhetischen Versorgung entstandener Zahnlücken oder bei der Behandlung eines zahnlosen Kiefers kommen immer häufiger Implantate zum Einsatz. Sie ermöglichen eine Wiederherstellung des vollen Zahnbogens ohne die weitere Schädigung zusätzlicher Zahnhartsubstanz und tragen außerdem zum Erhalt der Knochenstrukturen des betroffenen Areals bei. Das ermöglicht nicht selten den Erhalt oder die Wiederherstellung von Form und Ästhetik.

Implantate sind jedoch nur dann sinnvoll, wenn auch durch den Patienten bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Seine Mitarbeit ist eines der wichtigsten Erfolgskriterien. Notwendig ist eine perfekte Mundhygiene. Sie verhindert nicht nur das Entstehen von bakteriell bedingten Erkrankungen an den verbliebenen Zähnen, sondern verbessert um ein Vielfaches die Erfolgsprognose einer Implantatversorgung. Desweiteren ist ein entzündungsfreies Gebiss notwendig.

Vor allem bakteriell verursachte Erkrankungen des Zahnhalteapparates sollten im Rahmen einer Vorbehandlung erfolgreich therapiert worden sein (wie beispielsweise Gingivitis- oder Parodontitis). Die oben angesprochene Perfektionierung der Mundhygiene ist dafür in jedem Fall erforderlich.

Statistiken belegen: Rauchen minimiert die Erfolgsprognose einer Implantatversorgung erheblich. Heilungsprozesse verlaufen langsamer und das Immunsystem ist in seiner Funktion eingeschränkt. Ein gesundes Implantatbett (Kieferknochen, in dem das Implantat verankert werden soll) und eine gesunde Schleimhaut verbessern die Prognose.

Nicht immer kommen Implantate bei der Wiederherstellung des Gebisses als Mittel der Wahl in Betracht. Auch ihrer Verwendung sind Grenzen gesetzt, und zwar wenn keine Auflagerung von Knochen bei fehlender Knochensubstanz möglich ist (zum Beispiel wegen schwerer Grunderkrankungen), bei bestehenden Erkrankungen (wie etwa Kieferknochenentzündung oder Zahnfleischentzündung), bei mangelhafter Mundhygiene und bei fehlender Patientenmitarbeit.

Implantate können am treffendsten als „künstliche Zahnwurzeln“ beschrieben werden. In der modernen Zahnmedizin werden sie zunehmend als „Mittel der Wahl“ bei der Behandlung von Zahnverlust oder Zahnlosigkeit propagiert. Eine Behandlung mit zahnärztlichen Implantaten ist immer dann sinnvoll, wenn die prothetische Versorgung ohne Implantat schlecht möglich oder unmöglich ist.

Moderne Operationstechniken und Techniken der Anfertigung von Kronen, Brücken und Prothesen, ermöglichen es heute sehr vielen Patienten mittlels Implantaten zu helfen.

Ein Implantat besteht dabei aus 3 Grundbausteinen:

Das „eigentliche“ Implantat (Implantat-Körper):
Implantate sind den natürlichen Zahnwurzeln nachempfunden und werden direkt im Knochen verankert.

Der Implantataufbau (Abutment):
Dieser stellt die Verbindung zwischen dem Implantatkörper und dem Zahnersatz, der sogenannten „Suprakonstruktion“ (Kronen oder Brücken), dar.

Die Suprakonstruktion:
Suprakonstruktionen auf Implantaten können festsitzend sein (zum Beispiel als Einzelkronen oder Brücken) oder bedingt herausnehmbar gestaltet werden (zum Beispiel als teleskop- oder steggelagerte Totalprothesen).

Entscheidet sich ein Patient für die Möglichkeit einer implantologischen Behandlung, kann ein Termin in unserer Sprechstunde für Implantologie vereinbart werden. In der ersten Sitzung werden zur Ermittlung der anatomischen Voraussetzungen klinische Untersuchungen durchgeführt und eine Röntgenaufnahme (OPG= Orthopantomogramm) angefertigt. In besonderen Fällen kann eine detailgenauere computertomografische Aufnahme (DVT) notwendig sein. Ferner wird auf eventuell bestehende Vorerkrankungen eingegangen.

Vorstellungen und Wünsche des Patienten spielen neben seiner Einstellung zum operativen Eingriff und der unbedingten Notwendigkeit einer gründlichen Mundhygiene eine tragende Rolle. Dem Patienten können auf dieser Grundlage sinnvolle Möglichkeiten einer prothetischen Versorgung vorgestellt werden. Anhand der gewonnenen Informationen wird eine Planung hinsichtlich Implantatanzahl, -durchmesser, -länge und -position gemacht. Ist das Knochenangebot nicht ausreichend, muss eine entsprechender Knochenaufbau (Augmentation) in diese Planung einbezogen werden.

Im zahntechnischen Labor wird nach den ermittelten Vorgaben eine Bohrschablone hergestellt. Sie ermöglicht intraoperativ die Umsetzung der festgelegten Implantatposition.

Das Implantat wird in einer Operation entweder unter örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose in den Knochen eingepflanzt. Vollnarkosen aus Gründen einer Implantation sind im Allgemeinen erst sinnvoll, wenn mehr als vier Implantate eingepflanzt werden. Nach dem Freilegen des Knochens wird in zwei vorsichtigen Schritten ein ca. 3-5 mm dickes und 10-20 mm tiefes Loch in den Knochen gebohrt. Das Loch („Implantatbett“) erhält meist noch ein Gewinde. Dieses wird, wie es aus der technischen Mechanik bekannt ist, mit einem speziellen Gewindeschneider maschinell oder per Hand geschnitten. An der Knochenoberfläche ist das Implantatbett bei vielen Implantatsystemen noch anzusenken, um die Verbindungsstelle für den späteren künstlichen Zahnstumpf aufzunehmen.

Dabei kommt es auf Bruchteile eines Millimeters an. Minimale Abweichungen der Implantate von der Idealposition können ästhetisch problematische Folgen haben. Auch erfahrene Operateure benutzen deshalb meist Operationsschablonen und Messschieber. Der Eingriff wird von den meisten Patienten als sehr viel weniger unangenehm als das Ziehen eines Zahnes empfunden. Er dauert für ein Implantat zwischen 15 und 30 Minuten.

Im Allgemeinen wird die Schleimhaut nach dem Einpflanzen der künstlichen Zahnwurzel („Implantat“) wieder zugenäht. Vom Implantat ist dann für die Dauer der Einheilung nichts zu sehen. Diese Einheilungsdauer bemisst sich nach der Beschaffenheit, insbesondere der Härte des Knochens, in die das Implantat eingesetzt wurde. Im Oberkiefer wartet man im Allgemeinen sechs Monate, im Unterkiefer nur drei Monate. Unter bestimmten Bedingungen kann die Einheilungszeit für das Implantat kürzer sein. Meist ist damit aber ein höheres Risiko verbunden.

Während der Wartezeit heilt die durch das Bohren im Knochen entstandene Knochenwunde. Knochenbildende Zellen („Osteoblasten“) füllen den kleinen Spaltraum zwischen Implantat und Wand des Bohrloches auf und das Implantat wird vom umgebenden Knochen bis in die Poren seiner Oberfläche umschlossen. Nach 90 Tagen hat das Implantat bereits mit ungefähr 70-90 % seiner Oberfläche festen knöchernen Kontakt zum umgebenden Knochen. Diesen Vorgang nennt man „Osseointegration“ (Branemark) oder auch „ankylotische Einheilung“ (Donath). Je nach Gestalt und Material der Implantatoberfläche läuft er mehr oder weniger schnell ab.

Nach Ablauf der Einheilungswartezeit, in der das ehemalige Operationsgebiet nicht durch Prothesen belastet werden darf, legt der Zahnarzt das Implantat in einem zweiten (kleineren) Eingriff frei. Dazu schneidet er in örtlicher Betäubung die Schleimhaut über dem Implantat auf und schraubt einen kleinen Titanpfosten („Sulkusformer“) auf das Implantat. Dieser ragt dann durch die Schleimhaut, so dass man nun zum ersten Mal etwas vom Implantat sieht. Dieser kleine Eingriff in Lokalanästhesie wird als Freilegung der Implantate bezeichnet. Die Schleimhaut legt sich innerhalb der nächsten Woche an den Sulkusformer an und heilt aus. Nach etwa einer Woche wird der Sulkusformer gegen einen Titanaufbau („Abutment“) ausgetauscht, der die Krone oder Brücke aufnimmt, bzw. die Prothese befestigt (Sammelbegriff für alle prothetischen Arbeiten auf Implantaten: „Suprakonstruktion“).

Mit speziellen, extra auf Implantate abgestimmten Hilfsmitteln wird der Zahnarzt nun eine Abformung (auch „Abdruck“) von Implantat und Kiefer herstellen. Der Zahntechniker fertigt mit Hilfe dieser Abformungen Modelle an und stellt die Suprakonstruktion her, die der Zahnarzt beim nächsten Termin auf die Implantate aufschraubt oder aufzementiert. Beide Methoden haben vor und Nachteile. Eine aufzementierte Konstruktion ist häufig besser zu reinigen aber nur sehr schwer vom Implantat abzunehmen, da sie faktisch verklebt ist.

Hingegen ist eine verschraubte Suprakonstruktion leicht wieder abzunehmen aber häufig teurer und nicht so leicht zu reinigen. Trotzdem kann die Entscheidung für eine verschraubte Konstruktion weitsichtiger sein, weil diese im Falle einer Entzündung am Implantathals („Periimplantitis“) gut abgenommen werden kann, und so die Behandlung der Komplikation erleichtert. Außerdem ist sie leichter an veränderte Gebissverhältnisse anzupassen. Das ist wichtig, wenn später weitere Zähne verloren gehen.

Operieren, Einheilen, Eröffnen und Anfertigen der Suprakonstruktion auf einem Implantat sind nur der erste Teil einer erfolgreichen Implantattherapie. Es ist von höchster Wichtigkeit, dass der Patient sein Implantat stets absolut exakt putzt. Bereits relativ geringe Ansammlungen von Plaque können schwerwiegende Auswirkungen auf den Zustand des Implantatbettes haben. Das umgebende Gewebe eines Implantates kann sich dann genauso entzünden („Periimplantitis“), wie das Zahnfleisch („Parodontose“). Halbjährliche Kontrolle des Implantatzustandes durch den Zahnarzt sind deshalb grundsätzlich notwendig.

Wenn Implantate und die auf ihnen befestigten Konstruktionen nach unserem heutigen Wissensstand und nach bestem Wissen und Gewissen geplant, eingesetzt und mit Zahnersatz versorgt wurden, so ist es möglich, dass Sie lange daran viel Freude haben. Immerhin erreichen heute rund 80 % aller Patienten eine Tragedauer ihrer Implantate von 15 Jahren und länger.

Ein weiterer Punkt im Behandlungsspektrum der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie ist die Diagnostik und Behandlung von Entzündungskrankheiten, Funktionsstörungen und Schmerzsyndromen. Hierzu gehören unter anderem Entzündungen, die vom Zahnsystem ausgehen, Kieferhöhlenerkrankungen, Speicheldrüsenerkrankungen, Schmerzsyndrome und Funktionsstörungen des Kiefergelenks sowie Erkrankungen der Kiefer- und Gesichtsnerven.

Die Plastisch-Ästhetische Gesichtschirurgie ist ein Spezialgebiet der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. Alters-, aber auch anlagebedingte Veränderungen des Gesichtes können so korrigiert werden. In unserer Klinik bieten wir eine Vielzahl sowohl nicht-invasiver als auch chirurgischer Verfahren nach internationalen Standards an. Von uns angewandte nicht-operative Therapieformen sind die Faltenbehandlung mit Fillern, Eigenfett und Botulinum-Toxin sowie mittels Lasertherapie, Mesotherapie und Thermage.

Zu den in unserer Klinik durchgeführten Operationen zählen:

  • Ober- und Unterlidstraffungen
  • Faceliftings
  • Nasenkorrekturen
  • Ohrenkorrekturen
  • Profiloptimierung
  • Fettabsaugung

Bei Fragen sind wir gerne für Sie da.

Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie

Telefon 02324 502-5270
Telefax 02324 502-5272
j.mohasseb@augusta-kliniken.de

Klinikadresse

Evangelisches Krankenhaus Hattingen
Bredenscheider Str. 54
45525 Hattingen

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